Apfel Vogel Stories - Wenn es knistert - Eine Reise in die Welt der Radioaktivität
Shownotes
Radioaktivität ist kein rein modernes Phänomen der Kernkraft, sondern ein natürlicher Teil unserer Umwelt. Gemeinsam mit unseren Gästen Carolin Löw und Sören Götz (Lebensmittelchemikerin und Lebensmittelchemiker unserer Radiochemie) gehen wir der Strahlung auf den Grund. Wir besprechen, warum Bananen ganz natürlich strahlen, warum Piloten ihre Strahlendosis genau dokumentieren müssen und wie die Radiochemiemessstelle den Ernstfall übt.
Die Kernthemen der Folge:
Was ist Radioaktivität überhaupt? Eine einfache Erklärung für einen sperrigen Begriff: Warum manche Atome „aktiv“ sind und was „ionisierend“ wirklich bedeutet.
Natürliche Quellen: Von kosmischer Strahlung aus dem All bis hin zum Radon im heimischen Keller – wo uns Strahlung im Alltag begegnet.
Der Mensch als Strahler: Warum wir Menschen ca. 9.000 Becquerel „am Start“ haben und warum die Labor-Proben hinter einer Bleiburg geschützt werden müssen.
Tschernobyl & die Folgen: 40 Jahre nach der Katastrophe – was messen wir heute noch in Süddeutschland?
Sicherheit durch Vorsorge: Was wir als Beitrag zum IMIS-System (Integriertes Mess- und Informationssystem) leisten und wie ein „Stresstest“ im Labor aussieht, wenn plötzlich die 50-fache Probenmenge eintrifft.
Warum das wichtig ist:
Die gute Nachricht vorab: Unsere Lebensmittel sind sicher. Doch damit das so bleibt, braucht es eine ständige Überwachung (Monitoring). Wir erfahren, wie Experten im Hintergrund daran arbeiten, bestmöglich vorbereitet zu sein, falls Radioaktivität in der Umwelt freigesetzt wird.
Kleiner Teaser: Wer hätte gedacht, dass die kosmische Strahlung auf der Zugspitze vierfach höher ist, als an der Nordseeküste? Mehr dazu in der Folge!
Links:
Passend dazu: Unsere Folge zum Thema Tschernobyl (unbedingt reinhören in die Zeit vor 40 Jahren): https://apfel-vogel-stories.podigee.io/25-neue-episode
Gäste: Carolin Löw & Sören Götz, CVUA Stuttgart
Moderation: Dr. Anne Benkenstein und Dr. Florian Hägele
Homepage: www.cvuas.de
Instagram: https://www.instagram.com/cvuastuttgart
Schnitt und Ton: https://www.audiospezialist.de/
Transkript anzeigen
00:00:03: Und jetzt viel Spaß beim Podcast!
00:00:34: Okay Flo, das klingt grad nicht gut.
00:00:36: Ich hab das Gefühl, wir sind gerade in einem Katastrophenfilm.
00:00:40: Müssen wir jetzt hier irgendwie raus?
00:00:42: Hey Anne, ich denk nicht... ...ich weiß es zwar nicht so genau aber ich denke nicht!
00:00:47: Aber ich glaub dieses Geräusch verbinden einige direkt mit nem ganz bestimmten Gefühl und dabei ist es auch ganz normal.
00:00:55: Du meinst Radioaktivität begegnet uns normal im
00:00:58: Alltag?!
00:00:59: Ja sogar ein Problemsmittel glaube ich.. ..aber ich weiß es nicht sogenau.
00:01:03: deswegen haben mir aber zwei Experten da nämlich Die Caroline Löw und der Sören Götz, unsere Experten.
00:01:09: Genau sind beide Lebensmittel Chemiker?
00:01:12: Ja in der Radiokemie.
00:01:13: die klären uns hoffentlich heute ein bisschen auf was es damit so auf sich hat und ob wir Sorgen machen müssen oder ob das ganz normal ist wie ich vermute Und deswegen auch direkt.
00:01:22: meine erste Frage habe ich doch hoffentlich recht oder?
00:01:25: Genau da hast du Recht Flo.
00:01:26: Super Gott sei Dank.
00:01:29: Also vielleicht gleich zur Einordnung Was ist Radioaktivität überhaupt?
00:01:35: Ja, also der Begriff ist ja schon spärig an sich.
00:01:39: Vielleicht kurz zur Erklärung?
00:01:40: Das setzt dich aus zwei Wörtern zusammen – aus dem Lateinischen einmal aus Radiare für Strahlen und einmal aus Aktivus für tätig und wirksam.
00:01:49: Und im Prinzip ist übersetzt die Strahlungstätigkeit.
00:01:52: Es beschreibt die Eigenschaft von Atomkernen spontan zu zerfallen beziehungsweise sich umzuwandeln und dabei Strahlung auszusenden.
00:02:01: Und diese Strahlung hat es ein bisschen in Sicht, die ist sehr energiereich und auch ionisierend.
00:02:06: Ja, und ionisieren ist so sinnbildlich für chemische Strukturen brechend!
00:02:10: Die hat die Energie das zu schaffen.
00:02:13: Hört sich kompliziert an aber ich denke begleitet uns schon seit jeher oder?
00:02:18: Oh, das Menschen jetzt also nicht eine modernes Ding.
00:02:21: wenn wir sagten dass es in der Umwelt und das ganz normal dann gibt's das schon immer quasi
00:02:26: Genau, also die Radioaktivität gibt es immer und natürlicherweise immer um uns herum.
00:02:30: Also es fällt schwer vor zu stellen aber es ist im Boden, es kommt aus dem Allkosmische Strahlung auch bei uns an ja und überall sonst.
00:02:40: Um das dann jetzt hier mal direkt wieder abend zurückzuholen.
00:02:42: zu den Geräuschen was wir anfangen gehört haben das war die ganz normale Hintergrundstrahlung die wir haben.
00:02:47: Ja, also wir haben immer eine Hintergrundstrahlung um uns rum.
00:02:50: Vielleicht nicht ganz so intensiv wie jetzt im Geräusch.
00:02:53: Aber es ist irgendwie was messbar und wir sind damit aufgewachsen und der Mensch ist dran gewöhnt und hat seine Verfahren entwickelt dem zu begegnen.
00:03:02: Umgekehrt wird's natürlich schwieriger wenn tatsächlich mal etwas ausgestoßen wird.
00:03:07: aber so im Normalfall im Alltag ist das so um uns herum
00:03:11: Ja, dann sind wir schon mitten in den fast Grundlagen angekommen oder?
00:03:15: Wir haben ja schon gehört was ionisierende Strahlung.
00:03:17: Labidal wird es einfach strahlt oder sonst irgendwas gemacht aber so einfach ist das gar nicht.
00:03:22: Es gibt unterschiedliche Strahlen.
00:03:23: hast du gesagt spielt es auch für uns jetzt hier im Lebensmittelbereich eine Rolle die unterschiedlichen Strahlungen?
00:03:30: Also erstmal ganz kurz welche verschiedenen Strahlungsarten es gibt.
00:03:33: da haben wir die Alpha und Beta-Strahlung Das sind jeweils Teilchenstrahlung Und wir hätten die Gamma Strahlung.
00:03:41: Die kann man vergleichen mit der Röntgenstrahlung, also das ist eine elektromagnetische Strahlung und in Bezug jetzt auf unser Lebensmittel gibt es ganz verschiedene Aspekte die man berücksichtigen muss.
00:03:52: Deshalb kann man gar nicht so genau sagen welche Strahlungen jetzt hier am relevantesten ist.
00:03:57: Alpha-Strahlung und auch die Beta-Stahlung sind relativ leicht zum Abschirmen kommen deshalb gar nicht soweit.
00:04:03: gerade Alpha Strahlung wird sogar von der Hautasche abgeschirmt solange sie gut intakt ist während die Gamma-Strahlung sehr hohes Durchdrehungsvermögen hat und nahezu nicht abschirmbar ist.
00:04:14: Okay,
00:04:16: ich meine das macht man sich auch so ein bisschen in der Medizin zu Nutzen oder?
00:04:19: Also nicht nur in der medizin aber da auch oder?
00:04:23: Ich bin es kein Medizin aber ich mein ich wurde ja zuletzt relativ häufig gerüncht.
00:04:28: Ja ich glaube da ist denke ich da der größte Berührpunkt mit unserem Alltag schätzungsweise vermutlich mehr wie wir über Lebensmittel andere Einflüsse?
00:04:37: Ja, zunächst mal kurz einordnen möchte.
00:04:39: Wir bekommen im Jahr etwa vier Millisievert an strahlendloses Ab und die Hälfte davon entfällt auf die medizinischen Anwendung und die andere Hälfe der auf den natürliche Strahlung, die uns umgibt.
00:04:53: Okay also aber das ist nur nicht problematisch oder?
00:04:57: Nein dass es nicht direkt problematische.
00:05:00: Es gilt halt wie für alle Dinge.
00:05:02: Die Dosis macht es, je häufiger, je mehr, je umfangreicher das alles ist.
00:05:07: Irgendwann kann sich das schon auswirken.
00:05:10: Deswegen ist es schon das Ziel so wenig wie möglich natürlich abzubekommen.
00:05:14: auch im medizinischen Bereich ist eine wichtige Grundvoraushälzung.
00:05:18: Ich sehe bekommt
00:05:18: man ja auch so ne Schürze teilweise noch umgehängt und und und solche Geschichten
00:05:23: genau.
00:05:24: Ihr habt gesagt im Alltag begegnet uns.
00:05:26: Wieso begegnet uns das?
00:05:27: oder wo begegnest du es konkret?
00:05:29: Lebensmittel ist ein Teil, deswegen sitzen wir da und deswegen haben wir euch ja zum Glück.
00:05:33: Aber vielleicht nochmal kurz drumherum, wo gibt's das noch?
00:05:36: Wir haben zum einen das Radon welches aus uranhaltigem Gestein aufsteigt und sich insbesondere auch den Kellerräumen anreichern kann weshalb dann hier besonders Lüften?
00:05:45: wichtig ist aber wie gesagt das hängt ganz stark von der Bodengiologie ab.
00:05:49: Das ist nicht ein jedem Ort gleich.
00:05:51: Dann haben wir eben die terrestrische Strahlung auch aus dem Boden eben trifft und die kosmische Strahlung, also hier aus dem Weltall.
00:06:00: Das heißt ich habe auch mal gelesen oder gehört das Flugzeug fliegen da kriegt man mehr Strahlungen ab wie wenn wir einfach hier unten am Boden wäre.
00:06:08: und genauso wenn man jetzt hoch auf den Berg geht dann hab' ich den Effekt auch schon.
00:06:11: ist es richtig?
00:06:12: Ja das ist korrekt als zum Beispiel an der Zugspitze hätte man mit circa viermal höhere kosmischen Belastung als jetzt an der Küste.
00:06:19: Das
00:06:19: kann man sich auch gut vorstellen.
00:06:21: Also die vom Weltall trifft bei uns auf und die ganzen Luftschichten, diese durch Wander und Schwächen, die immer mehr ab, das heißt je höher ich bin, desto mehr, je niedriger ihr tiefer am Meer desto weniger kriege ich ab.
00:06:32: Und wenn wir jetzt das Fliegen betrachten unsere Urlaubsflüge sind eigentlich unrelevant.
00:06:37: aber wer natürlich als Pilot regelmäßig Langstrecke fliegt der kriegt schon eine gewisse Belastung mit Ab.
00:06:43: Und deswegen werden sie auch sehr stark kontrolliert und dokumentiert.
00:06:46: dieses Berufsgruppen
00:06:48: okay
00:06:49: Ja, macht Sinn.
00:06:51: So jetzt haben wir gesagt das kommt hin.
00:06:53: aber wird sich die Frage wie kommt es denn überhaupt dann ins Lebensmittel?
00:06:56: Ich meine das ist der Punkt warum wir uns ja oder mit mir uns beschäftigen.
00:06:59: da muss man die Frage stellen wie kommt's dann überhaupt in das Lebensmittel rein?
00:07:03: so eine Strahlung
00:07:03: also.
00:07:04: ein Faktor ist ganz einfach über das Kalium.
00:07:07: Kalium ist immer zu Null, zwei Prozent mit Kaliumviertzig.
00:07:11: Das ist ein ganz bestimmtes Radioisotop vergesellschaftet immer seit an Beginn der Zeit sei das diese Erde gibt.
00:07:17: also da kann man gar keinen Einfluss drauf nehmen und dass haben wir in unseren Lebensmitteln drin.
00:07:22: zusätzlich haben wir das C-IV, das in die Pflanzen eingebaut wird über diese kosmische Strahlung die dann in die Luftschichten trifft und das heißt Wir als Menschen strahlen.
00:07:31: auch alle die wir hier sitzen haben ungefähr neuntausend Bäckerell am Start Und ja, das denkt man sogar nicht.
00:07:39: Aber ist so und deswegen können wir auch gerade dieses Kalium-Fürzig gut in unseren Messgeräten messen.
00:07:45: Okay also wir selber strahlen ja auch dann
00:07:48: klar?
00:07:48: Ja genau!
00:07:49: Das heißt wir müssen uns abschirmen beim Messen damit wird es nicht mitmessen.
00:07:55: Ist das
00:07:55: richtig?!
00:07:56: Ja genau
00:07:56: Tatsächlich!
00:07:57: Ja genau.
00:07:58: also wir haben für die Gammermessung sehr große Bleiburgen die unsere Probe vor uns Menschen schützen damit wir nicht in der Nähe der Messgeräte stehen und total unsere Messergebnisse verfälschen würden.
00:08:09: Also man ist nicht, wie man vielleicht denken würde andersrum dass wir quasi vor den Proben geschützt sind sondern dann mit mir die Messwerte nicht verfälscht müssen da die Probe für uns schützt?
00:08:17: Nein also wir haben in Deutschland so niedrige Werte in unseren Lebensmitteln das wir eigentlich immer im Bereich der Nachweiscrenze sind abgesehen jetzt gerade vom Kalium-Fürzig.
00:08:25: aber das hat ja Carolin schon gesagt das Ganze natürlich das wir das finden können Und deshalb von der Probe geht keinerlei Gefahr aus.
00:08:32: Also ich habe jetzt gesagt, oh genau super das ist schön zu hören und ich hab auch schon was gehört.
00:08:36: unsere Hintergrundstrahlung ist absolut an der Nachweisgrenze.
00:08:40: Das für alle Zuhörer welche Gefahr davon ausgeht also... Nachweissgrenze heißt immer sehr wenig.
00:08:47: Zum einen kommt man mit radioaktiven Stoffen zu tun hat oder nicht?
00:08:54: Welche Radionoklide habe ich das richtig gesagt?
00:08:57: Untersuchen wir jetzt eigentlich konkret im Lebensmittel.
00:09:00: Ziel ist natürlich auch immer, die künstlichen Radionokelide mitzüberwachen wie zum Beispiel das CSM-Hundersetbenunddreißig welches noch als Überbleibstelle von Chernobyl mitzufinden ist.
00:09:11: aber auch nur in gewissen Gebieten in Baden-Württemberg ist es z.B.
00:09:15: oberschwaben und der Schwarzwald besonders betroffen gewesen damals vom Fallout auch im Bereich der Nachweiscrenze selten noch Strontium-Ninzig finden, welches aus den oberirdischen Atomwaffentests stand.
00:09:30: Genau!
00:09:31: Wir haben es gerade schon gehört.
00:09:32: Cernobyl, da möchte ich direkt mal die Brücke schlagen zu unserem Podcast, den wir schon aufgenommen haben zu Cernobil, da gerne mal rein hören aber auch dieses Mal soll so ein bisschen rein fließen weil dieses Jahr jährt sich das Ganze zum vierzigsten Mal.
00:09:47: Und sehe ich das richtig?
00:09:49: Der Grund, warum wir das ja messen und tun immer noch, warum ihr da seid und es für uns macht ist.
00:09:55: Immer noch für einen eventuellen Katastrophenfall.
00:09:58: Ja, das stimmt so!
00:10:00: Vielleicht noch kurz zum Ausholen damals bei January Bill war die Lage schwer einzuschätzen.
00:10:06: Es gab zwar Radioaktivitätslabore, die das messen konnten aber war total schwierig da schnell eine Lagedaustellung zu machen und das haben alle so gesagt oh das kann nicht bleiben für die Zukunft.
00:10:17: Im Nachgang ist dann relativ schnell, also im April war diese Katastrophe und in Dezember schon das Gesetz verabschiedet worden um das sogenannte E-Missystem auf den Weg zu bringen.
00:10:27: Das praktisch... es ist ein ganz sperriges Wort integriertes Mess- und Informationssystem heißt dass ich kürze jetzt immer ab.
00:10:33: mit ihm ist und das soll die Umweltradioaktivität hier in ganz Deutschland deutschlandweit überwachen Im Prinzip im Normalfamonitoren und im Krisenfall oder wenn irgendwie was freigesetzt wird, eben auch ein Intensivbetrieb ausgerufen werden um dann schnell eine gute Lage Darstellung von der ganzen Situation haben zu können.
00:10:56: Also eure Routine sieht quasi vor ihr nehmt diese Hintergrundbelastung auf das habt ihr ja auch schon gesagt aber ihr seid natürlich auch da um dann diese Spitze quasi zu betreuen wenn so etwas passiert.
00:11:09: und dann reden wir mal über ganz andere Dimensionen nämlich an
00:11:12: Ja, also unsere Probenanzahl steigert sich etwa um den Faktor fünfzig und das zwar pro Woche.
00:11:18: Also eigentlich alle Proben die wir so über das ganze Jahr bekommen wird mit.
00:11:22: dann innerhalb einer Woche, also sieben Tage wird man dann messen in einem Zweischichtbetrieb versuchen unterzubringen.
00:11:28: Und dafür wird auch unser normales Personal gar nicht ausreichen weshalb wir da noch ein sogenanntes Poolpersonal haben.
00:11:36: Und dieses trainieren wir unterm Jahr regelmäßig sodass wir die dann im Krisenfall oder für eine Übung abgreifen können.
00:11:43: Dass jeder
00:11:44: bereit wäre, wenn es denn der Fall wäre.
00:11:46: Du sagst ihr trainiert das?
00:11:47: Da gibt's Übungen jährlich dazu.
00:11:49: Jährlich ist richtig!
00:11:51: Genau.
00:11:52: Wie muss man sich das vorstellen?
00:11:53: Ja ich hab da bestimmt irgendwie ein Szenario nämlich an.
00:11:56: Das wird ja bestimmt so echt wie möglich gestaltet oder?
00:12:00: Es gibt immer einen Szenarium zum Beispiel dass es in einem Kernkraftwerk zum Austritt von Radioaktivität kam Woraufhin die speziellen Sonden, die in Deutschland verteilt sind, regelmäßig abgefragt werden würden damit das Bundesamt für Strahlenschutz ein Lagebild erstellen kann.
00:12:17: Und erst wenn die Messware dort anzeigen dass die radioaktive Wolke abgezogen ist käme hier unsere Messstelle ins Spiel Damit wir dann in den Gebieten wo man sagt ja Leben ist noch möglich Die mussten nicht evakuiert werden zu überprüfen ob die Lebensmittel noch geeignet sind um dort verzerrt zu werden.
00:12:35: Das heißt es gibt überall irgendwelche Messstellen verteilt.
00:12:39: Ja, es gibt quasi einen Raschter auf zwanzig mal zwanzicht Kilometer und immer dann kommt eine Sonde.
00:12:44: Okay.
00:12:46: Ich meine ich habe noch den Herr Rüdiger im Kopf.
00:12:49: damals war's bei Tschernobyl was Spinat weil das war ne Kultur die schon auf dem Acker war wo das passiert ist und ich glaube auch die Kühe die Milch war schwer betroffen weil das auf die ganzen Wiesen der Fallout runter ging und die Küche damals noch viel auf der Weide standen und des Gras gefressen hatten.
00:13:06: Da war glaube ich ganz viel Molkenpulver, was dann versäucht war.
00:13:09: Was als Sondermüll entsorgt werden musste.
00:13:12: Was war denn das letzte Szenario?
00:13:14: Was ihr beprobt habt?
00:13:15: Gab es da irgendwas ganz Konkretes?
00:13:17: Ich meine jetzt ist ja fiktiv aber...
00:13:19: Also im allerletzten Szenario war's ein fiktives Kernkraftwerk in Schweden wo die Strahlung eben ausgetreten ist und von Norddeutschland nach Süddeutschtand die Strahlendwolke gezogen ist.
00:13:31: In
00:13:31: dem Szenarium war Baden-Württemberg so gut wie gar nicht mehr betroffen.
00:13:35: Okay, das heißt da waren die Kollegen im Norden dann wahrscheinlich angespannter als hier unten im Süden.
00:13:40: Also in aller Regel ist da die räumliche Nähe sehr entscheidend und natürlich wie die aktuelle Wetterlage ist und eben dann der Wind die Wolke verteilt und dann ist auch Regen entscheidende damit es Ganze wieder abregnet und überhaupt auf die Lebensmittel geht.
00:13:53: Deswegen spielen da auch ganz viele unterschiedliche Institutionen zusammen in dieser Situation.
00:13:59: Also wir brauchen den Wetterdienst, der sagt wie ist das Wetter und die Kollegen beim Bundesamt Verstrahlungsschutz nehmen das alles mit auf in ihre Berechnungen erstellen dann auch ein Lagebild und geben uns dann auch die Messstrategie weiter dass wir konkrete Anweisungen bekommen von einer übergeordneten Behörde, die alles im Blick hat und es dann sinnvoll für alle weiteren Beteiligten runterpricht.
00:14:21: Die dann mit den ganzen Messungen beschäftigt sind.
00:14:24: also unser Ziel ist es schnell verlässliche Messwerte zu generieren um dann die Datenbank mit Fakten füttern zu können dass die Experten dann da wieder weitere Empfehlungen aussprechen können.
00:14:37: Und anhand dieser ausgegebenen Messstrategie würden wir dann jeden Tag Die Probenanforderung, einen unserer Probennehmer in Baden-Württemberg schicken die dann auch noch am selben Tag die Probe an uns liefern damit wir hier wirklich sehr schnell zu einem Ergebnis kommen und das auch wieder weitermelden können.
00:14:52: Also
00:14:52: ich sehe schon wenn man das damals mit Cernobyl vergleicht... Ich habe es wirklich noch im Kopf.
00:14:56: da sind die anscheinend ja die Leute mit Geigerzählern losgelaufen und keiner wusste wie und was und überhaupt und da war schon Panik dabei!
00:15:05: So wie ich das bei euch jetzt höre hatten Natürlich jetzt Konzepte dafür, was zu tun ist und wie reagieren werden sollte.
00:15:12: Und überhaupt genauso grundsätzlich mit dem Geigerzähler komme ich da eh nicht weit.
00:15:17: oder das ist der totaler Quatsch vielleicht?
00:15:19: Das war's.
00:15:19: die Leute denken aber ja.
00:15:21: Der
00:15:21: Totaler Quach ist jetzt auch übertrieben.
00:15:23: Mit dem Geikerzähler kann ich halt erkennen ob eine Strahlung oder eine Belastung vorliegt, aber ich kann sie überhaupt nicht einordnen.
00:15:31: Vielleicht sehe ich noch ein bisschen, ja da ist viel oder wenig.
00:15:33: Aber ganz entscheidend ist immer welches Nuklit liegt vor?
00:15:36: Damit auch welche Strahlungsart und das geht nur über die spezielle Analyptik bei uns im Labor zum Beispiel.
00:15:42: Also mit dem Gaga-Zehler kann ich das nicht unterscheiden?
00:15:45: Nein der gibt nur an Strahlung Ja oder Nein.
00:15:48: Und für uns ist es eben wichtig... Wir arbeiten manchmal auch mit radioaktiven Standards und wir nutzen diese verständlich, damit wir wissen ob wir sauber gearbeitet haben.
00:15:57: Ist vielleicht doch mal was runtergetropft?
00:15:59: Ja nein!
00:16:00: Und deswegen gehen wir vorher und hinterher immer über unsere Arbeitsflächen trübe und wissen dann auch gleich ah da ist etwas muss nochmal sauber machen kommt eigentlich nie vor wir arbeiten sauber aber das wäre ist unsere Absicherung dass wir da nicht irgendwo noch irgendwas kontaminiert haben.
00:16:15: Kein Zähler ist wichtig aber zu wissen welches Nugli da vorliegt und wie entsprechend die gesundheitlichen Auswirkungen wären, ist es halt eben wichtig dass man ein bisschen tiefer schaut.
00:16:24: und genau das tut ihr dann ja auch.
00:16:25: Genau!
00:16:27: Die wirken eigentlich auch ganz unterschiedlich im Körper.
00:16:29: also Skalium-Fürzig geht ausschließlich in den Muskel rein wird für Stoff wechselt und auch schnell wieder ausgeschieden.
00:16:34: wenn ich jetzt aber einen Blyodon Strontium abkriege geht es bei mir in den Knochen rein und das weiß jeder dass es da ungünstig ist und lange verbleibt und somit natürlich... Und je länger
00:16:43: es bleibt desto mehr Strahlung gibt's ja auch ab oder?
00:16:46: Es gibt nicht mehr Strahlung ab aber länger.
00:16:49: Ah,
00:16:50: die Dosis wird größer.
00:16:51: Genau!
00:16:53: Wie ist das dann?
00:16:54: Können an Lebensmitteln bei bestimmten Dosen noch gegessen werden?
00:16:59: oder wie ordnet man das denn ein?
00:17:04: Ja also zum Beispiel für das Wildschwein hat man einen festen Grenzwert...
00:17:07: Die Wildschmein-Problematik ist auch heute noch ein Thema aber es würde jetzt einfach den Rahmen hier sprengen.
00:17:13: Hier planen wir einfach einen weiteren Podcast mit diesem Spezialthema
00:17:17: Und für die anderen Lebensmittel wird er in einem Krisenfall schon vorbereitete Grenzwerte herangezogen werden, verzehren.
00:17:26: Das ist hier ganz schwierig zu sagen, hat zum einen die stochastischen Schäden oder...
00:17:31: Noch was soll das sein?
00:17:32: Stochastisch!
00:17:33: D. h., hier dritt eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf damit man zu einer Krankheit kommt.
00:17:40: aber hier ist es so.
00:17:41: nicht die Höhe quasi der Strahlung entscheidet über die Stärke der Krankheit, sondern nur über die Wahrscheinlichkeit, dass sie auftritt.
00:17:47: Zum Beispiel Erbgutschäden oder Krebs.
00:17:49: und dann hat man auch die Deterministischen Schäden, die treten ab einem gewissen Schwellenwert auf, das man zum Beispiel zur strahlen Krankheit kommt, wie man es eher aus den Filmen kennt, dass die Leute sich erbrechen müssen oder Haarausfall bekommen.
00:18:01: aber hierfür sind wir so weit entfernt.
00:18:03: da müsste man tonnenweise hoch belastete Lebensmittel essen und das in kurzer Zeit um Sohnwert erreichen zu können.
00:18:10: Danke für die Einführung.
00:18:11: Ja,
00:18:11: das ist wichtig glaube ich.
00:18:12: Das ganze Einsordnung weil ja da ist viel... Ich denke immer Unsicherheit dabei wenn man das nicht weiß.
00:18:18: also das normale Lebensmittel ist bedenkenlos essbar und im Falle des Falles, wofür wir da sind würde natürlich entschieden werden was geht und was geht nicht.
00:18:28: Also das sind Vorsorgegrenzwerte die sind sehr tief angesetzt.
00:18:32: also wenn tatsächlich mal ein größerer Austritt wäre ist es nachher am Gesetzgebohren einen Experten zu entscheiden Strahlenschutz versus Nährstoffversorgung.
00:18:42: also dann abwägen bei den Grenzwerten.
00:18:45: aber jetzt hier konkret wie wir darüber sprechen sind wirklich Vorsorge grenzwerte.
00:18:51: Wir reden hier von sehr niedrigen Werten
00:18:53: Also auch viel, viel niedriger als jetzt durch die ganzen medizinischen Anwendungen, die wir vorhin schon mal angesprochen hatten.
00:18:58: Gut also absolut in Warnung keine Gefahr.
00:19:01: Journalbilk war ja schon jetzt mehrfach Thema vielleicht um das auch ganz sehr einzuordnen?
00:19:06: Da war ja dieser Vorfall vor vierzig Jahren und so weiter und so.
00:19:10: Das strahlt da wahrscheinlich noch mehr wie hier.
00:19:12: Ist es richtig oder wie liegt denn da im Vergleich quasi der Wert?
00:19:16: Ja das ist richtig.
00:19:17: gerade um Journalbilch herum gibt's nach wie vorn eine Sperrzone, die man eigentlich nicht betreten kann Wobei es da interessanterweise vor einigen Jahren auch Entwicklungen gab, dass es sogar touristische Führungen mit Besucherzentrum gab.
00:19:29: Und zum Beispiel in diesem Besucher-Zentrum ist die Strahlenbelastung etwa sechsundzwanzigmal höher als wir sie hier in Deutschland vorfinden.
00:19:37: Aber immer noch unproblematisch.
00:19:39: dann?
00:19:39: Oder man hält sich dann dort auch deutlich kürzer auf... Man läuft davor und danach eigentlich auch durch eine Schleuse durch um zu testen das man keine Radio aktiven Stoffe an der Kleidung Aften hat und diese mit rausnimmt.
00:19:52: Aber auch in dieser Sperrzone sind die Belastungen total unterschiedlich, dieses Besucherzentrum ist eher am niedrig belasteten Ort Während an den höchsten Stellen würde man mehr als zweitausendfach über den Werten hier liegen.
00:20:05: Und da hält man sich wirklich nur ganz kurz als Wissenschaftler mal auf, aber nicht als
00:20:10: Besucher.
00:20:13: Weil ich habe auch die Bilder gesehen, da ist ja eine Glocke drüber und ein Sarkophag.
00:20:17: Und der muss ja ab und zu auch ausgebessert und repariert werden.
00:20:20: Das sind ja Menschen oben dann darauf.
00:20:23: Die sehen wahrscheinlich so kurz wie möglich halt Schätzungsweisung genau das zu minimieren!
00:20:27: Ja, ich
00:20:27: glaube sie haben dann auch einen festgelegten Zeitplan.
00:20:30: Die sind dann kurz da und da kommt der Nächste, der dann ausgetauscht wird sozusagen um die Belastungen so gering wie möglich zu halten.
00:20:37: Und wer eben beruflich dadurch exponiert ist, wird streng überwacht sodass man es sofort feststellen würde er auch wenn hier eine Kontamination stattfinden würde.
00:20:46: Ja, fassen wir zusammen?
00:20:49: Ja machen wir!
00:20:52: Das klingt jetzt erst mal beunruhigend mit der Radioaktivität aber...
00:20:57: Ich denke man kann damit leben und ich sehe schon mir sind ja auch gut vorbereitet.
00:21:01: Wenn es so wäre...toi toi toi.
00:21:02: ich hoffe ihr werdet nie in echt gebraucht aber ihr probt dass wenn so wäre das gut funktioniert.
00:21:09: Wir können Lebensmittel einfach essen.
00:21:11: das ist auch schön.
00:21:12: Die Auswirkungen von Cernobyl sind noch messbar, haben wir gelernt.
00:21:15: Aber jetzt auch nicht mehr?
00:21:18: Und dann haben wir ja die Überwachung also unser Radio-Chemilabor, die unsere Lebensmitteluntersuchung und uns auf der sicheren Seite sein lassen.
00:21:29: Ja!
00:21:30: Also das Knacken hört sich beunruhigender an als es dann letztendlich hier ist.
00:21:34: Ja ihr zwei... Jetzt haben wir kurz noch einen Monolog zusammenfassen gehalten.
00:21:40: Gibt es noch irgendwas, was ihr loswerden wollen wenn wir das einfach vergessen haben anzusprechen?
00:21:45: Ja im Prinzip.
00:21:45: Wir sind ein Monitoring-Labor und ich wünsche mir auch von Herzen dass es so bleibt.
00:21:50: aber nur durch dieses Monitoring bleiben wir oder sind wir überhaupt fit für den nuklearen Notfallschutz.
00:21:57: Und das ist auch wichtig für alle, die um uns rum sind zu wissen.
00:22:01: Es gibt diese Daseinsvorsorge von der man davon ausgeht, dass wir sie hoffentlich nie brauchen werden.
00:22:07: aber es gibt einem auch ein Stück weit Sicherheit, dass man weiß... ...es ist jemand da, der sich um genau diesen Themenfelder kümmert.
00:22:16: Dieses Themenfeld wollen uns sicherlich noch viele Jahre bekleiden denn unsere meisten Nachbarländer nutzen nach wie vor Atomkraft.
00:22:22: Manche
00:22:23: überlegen,
00:22:24: sie zu verlängern in den Laufzeiten oder gar neue zu bauen.
00:22:27: Ja
00:22:27: auch die geopolitische Situation ist ziemlich angespannt.
00:22:31: Es ist zwar alles sehr weit weg Dennoch gibt Grund
00:22:33: genug dass es euch gibt.
00:22:37: Ganz vielen Dank für das tolle Gespräch.
00:22:41: Wir hoffen den Zuhörerinnen und Zuhören hat's auch gefallen.
00:22:44: Und dann hören wir uns hoffentlich zum nächsten Podcast.
00:22:47: Ja und ihr seht schon genau dafür ist Überwachung da Ja, damit unsere Lebensmittel sicher bleiben.
00:22:53: Vielen Dank euch beiden, dass wir heute hier sein durften!
00:22:57: Wenn ihr mehr über das CVOA Stuttgart erfahren wollt, dann folgt uns doch gerne auf unserem Instagram-Kanal oder schaut auf unserer Webseite vorbei.
00:23:16: Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt Apfelvogel Stories Geschichten aus dem Untersuchungsamt.
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